Die Digitalisierung hat längst Einzug in die Hannah-Arendt-Gesamtschule gehalten. Der kontinuierliche Ausbau der digitalen Ausstattung eröffnet für Schülerinnen und Schüler wie auch für Lehrerinnen und Lehrer zunehmend bessere Möglichkeiten, digitale Medien in ihrem Unterricht zu nutzen. Daher stand der 2. Pädagogische Tag der Soester Gesamtschule in diesem Schuljahr unter dem Titel „HAG digital – Wir stellen uns der Herausforderung Digitalisierung“.

„Kultur der Digitalität“: Vortrag liefert Denkanstöße

Als Referent konnte die Gesamtschule den renommierten Mediendidaktiker Axel Krommer gewinnen. In seinem Impulsvortrag „Die Kultur der Digitalität. Ein paradigmatischer Blick auf Lernen, Schule und Bildung“ gab Krommer mit seinen Ausführungen den gespannten Kolleginnen und Kollegen zahlreiche Denkanstöße: Er skizzierte, wie unsere traditionellen Konzepte von Lernen und Wissen durch die Paradigmen der Oralität, der Skriptografie, der Typografie geprägt wurden und immer noch geprägt werden. Hinzu trete nun das Paradigma der Digitalität. Die heutige Situation beschrieb er als Konflikt zwischen der Buch-Schule, der „Gutenberg-Schule“, und der Digital-Welt. Allerdings betonte Krommer, dass „digital gestützter Unterricht“ oder „digitale Medien als Hilfsmittel“ nicht allein dazu dienen dürften, traditionelle Unterrichtsformen in ein digitales Mäntelchen zu hüllen. Er plädierte stattdessen für ein zeitgemäßes, offenes, kollaboratives Lernen und Lehren. Seine mit viel Humor vorgetragenen wissenschaftliche Meinung regte intensive Diskussionen an.

Workshops machen Mut und Lust auf Anwendung im eigenen Unterricht

Nach diesem theoretischen Input beschäftigten sich die Lehrerinnen und Lehrer mit ganz konkreten Anwendungsmöglichkeiten digitaler Medien. Medienberaterinnen und -berater der Kompetenzteams NRW boten hierzu verschiedene Workshops an: Während Axel Krommer nach seinem Vortrag die Umsetzung seiner Ideen anhand verschiedener Praxisbeispiele veranschaulichte (und unter anderem die „Demokratisierung des Beamers“ vorstellte), konnten die Kolleginnen und Kollegen in weiteren Workshops Möglichkeiten kollaborativen Arbeitens oder der Erstellung von differenzierten Unterrichtsmaterialien mit verschiedenen digitalen Tools kennenlernen. Besonders gut besucht waren die Workshops zu Grundlagen des Einsatzes von iPads im Unterricht und zur Erstellung von Lernvideos. Auch multimediale Themenrallyes mit der App Biparcours wurden präsentiert. Viele Pädagoginnen und Pädagogen machten sich schon in den Workshops daran, ihr neu erworbenes Wissen umzusetzen und Anwendungen für ihren Unterricht zu entwickeln.

Das (natürlich digital abgefragte!) Feedback der Mehrheit der Lehrerinnen und Lehrer am Ende des Tages: Der Tag hat Lust darauf gemacht, die verschiedenen vorgestellten digitalen Medien zukünftig im eigenen Unterricht anzuwenden.